Die Volkskrankheiten nehmen zu. Zu ihnen zählt auch die Schwerhörigkeit. Mittlerweile leidet jeder fünfte Erwachsene in Deutschland darunter. Besonders häufig ist jedoch die Altersschwerhörigkeit: fast 50 Prozent der über-Siebzig-Jährigen sind daran erkrankt. Häufigste Ursache dafür ist Lärmbelastung, sowohl privat, als auch am Arbeitsplatz. Deshalb fangen einige Firmen nun an, ihre Mitarbeiter einem jährlichen Hörscreening zu unterziehen. Dadurch sollen die Erkrankungen der Hörwege frühzeitig erkannt werden. Hierdurch kann man die Zahl der Betroffenen erheblich reduzieren, denn ein früh festgestellter Hörschaden kann eher korrigiert werden, als ein lang unbemerktes Leiden. Moderne Hörgeräte oder auch Operationen am Ohr können Abhilfe schaffen.
Wenn Schwerhörigkeit nicht behandelt wird, verschlimmert sie sich auf Dauer, da mit der Zeit immer weniger Schallreize das Zentralnervensystem erreichen und dessen Strukturen verkümmern. Was auch oft nicht beachtet wird: auch das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt, wenn Schwerhörigkeit nicht behandelt wird.
Von Fachleuten werden zwei grundlegende Typen der Schwerhörigkeit unterschieden. Am häufigsten ist das Innenohr betroffen, in welchem 20.000 Sinneszellen sitzen. Man nennt diese auch Haarzellen. Diese sind dafür zuständig, Schall in elektrische Impulse umzuwandeln und diese an das Gehirn weiterzuleiten.
Wenn diese Haarzellen zum Beispiel durch Durchblutungsstörungen, Hörstürze oder Lärmschäden beschädigt werden, dann können die Betroffenen verschiedene Tonfrequenzen nicht mehr wahrnehmen.Das Innenohr ist aber nicht unheilbar krank: wenn man die Ursache für den Schaden rechtzeitig erkennt und von da an meidet, kann es sich wieder erholen.
Meist wird zur Verbesserung des Hörvermögens ein Hörgerät empfohlen. In besonderen Fällen hilft auch eine Innenohrprothese, das sogenannte Cochlear-Implantat.
Mittelohrschwerhörigkeit hat im Gegensatz dazu rein mechanische Ursachen. Hierbei ist die Übertragung von Schall vom Trommelfell ins Innenohr gestört. So etwas kann durch Infekte im Mittelohr oder durch Verletzungen im Trommelfell erfolgen.






